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 Kunstvoll und geschichtsträchtig: Ein Streifzug durch Barcelona
Unser Streifzug durch die Hauptstadt Kataloniens beginnt am Placa Catalunya, auf den man einen kurzen Blick werfen sollte. Der riesige Platz ist mit einer Fläche von 50.000 m² so groß wie der Petersplatz in Rom und stellt den zentralen Verkehrsknotenpunkt Barcelonas dar – hier laufen neben den wichtigsten Straßen auch zahlreiche Metro- und Buslinien zusammen. Damit ist er der ideale Ausgangspunkt für viele Erkundungstouren. Auch die Tourist-Information und das Kaufhaus El Corte Inglés sind hier zu finden.

Erstes Ziel unseres Streifzuges ist der Parc Güell. Man besteigt am Placa Catalunya die Metro-Linie 3 in Richtung Trinitat Nova. Fünf Stationen später verlässt man die Metro an der Haltestelle Vallcarca und folgt der Beschilderung hinauf zum Parc Güell. Der steile Aufstieg wird dabei durch Rolltreppen erleichtert.

Parc Güell
Der vom berühmten Architekten Antoni Gaudí geschaffene und nach seinem Mäzen Eusebi Güell benannte Park ist traumhaft angelegt – durch seine erhöhte Lage hat man einen wunderbaren Blick über Barcelona mit der herausragenden Sagrada Familia bis hin zum Mittelmeer. Der 1922 eröffnete Parc Güell ist ein bezaubernder Märchenwald, in dem man sich schon mal verirren kann – zahlreiche Wege führen auf verschiedenen Ebenen durch die herrliche Anlage. Die aus gebrochenen Fliesen geformten Mosaike auf Gebäuden, Plätzen, Figuren und Bänken des Parks dienten vielen Künstlern als Inspiration. Zentrales Element des Parks ist die von den Säulen der Markthalle getragene Terrasse, die von einer mit Bruchkeramik überzogenen Balustrade mit der weltberühmten gewundenen Bank begrenzt wird. Salvador Dalí bezeichnete diese Bank einst als Vorläufer des Surrealismus. Wer hier kein Foto von der Bank mit der zu Füßen liegenden Stadt im Hintergrund schießt, ist selbst schuld. Oberhalb der Terrasse laden Cafés und Restaurants zum Verweilen ein, und Maler und Kunsthandwerker präsentieren ihre Werke. Kurvige Formen dominieren den Park, hier scheint nichts gerade angeordnet zu sein – die geschwungenen Bänke, Bauten und Wege verführen zum Müßiggang. Für Touristen und Einheimische ist der Parc Güell eine Oase der Entspannung.

Wer durch die kleinen Gassen Barcelonas streifen möchte, sollte jetzt nicht zur ursprünglichen Metro-Station zurückkehren, sondern den Park an seinem eigentlichen Haupteingang in der Carrer d'Olot verlassen, vorbei an einem mosaiküberzogenen Drachen und zwei runden Häusern mit Türmchen, die einem Märchen entsprungen sein könnten. Es geht nun bergab durch die Carrer de Larrard, eine schmale Straße, die von zahlreichen Souvenirgeschäften mit z.T. skurrilem Sortiment flankiert wird – für Jäger kurioser Andenken ein Ort der Glückseligkeit.

Die Straße mündet in die Travessera de Dalt, in der man nach rechts weitergeht. Nach wenigen hundert Metern erreicht man den modernen Placa de Lesseps, wo man in die Metro-Linie 3 in Richtung Zona Universitària steigt. Nach zwei Stationen steigt man an der Haltestelle Diagonal um in die Linie 5 in Richtung Horta, mit der man zwei Stationen später die Sagrada Familia erreicht.

Sagrada Familia
Die zum UNESCO-Welterbe zählende Kirche Sagrada Familia („Heilige Familie“) ist die herausragende Sehenswürdigkeit Barcelonas, und das auch im wortwörtlichen Sinn: Die über 100 Meter hohen Glockentürme prägen die Silhouette von Barcelona. Die römisch-katholische Basilika liegt im Stadtteil Eixample und ist Antoni Gaudís Lebenswerk, doch eigentlich ist sie mehr als ein Lebenswerk: Seit 1882 wird an ihr gebaut, die Fertigstellung ist für das Jahr 2026 geplant, das 100. Todesjahr Gaudís. Von 1883 bis zu seinem Tod 1926 übernahm Gaudí die Verantwortung für die Bauarbeiten und prägte die Gestaltung maßgeblich und nachhaltig. Er entwickelte das ursprünglich im neukatalanischen Stil entworfene Bauwerk im Stil des Modernisme weiter. Die ausufernd lange Bauzeit erklärt sich auch durch die Finanzierung der Bauarbeiten, für die ausschließlich auf Spenden, Eintrittsgelder und Zuwendungen von Stiftungen zurückgegriffen wird. Zur Zeit sind acht über 100 Meter hohe Glockentürme fertiggestellt. Im vollendeten Zustand sind 18 Türme vorgesehen mit einer Höhe zwischen 90 und 170 Metern. 12 Türme werden dann den Aposteln geweiht sein, vier den Evangelisten und jeweils ein Turm der Gottesmutter Maria und Jesus Christus.

Nach der Sagrada Familia geht es wieder in die Metro und mit der Linie 5 (in Richtung Cornellà Centre) zurück zur Station Diagonal. Von hier aus lohnt sich ein Spaziergang auf der Prachtstraße Barcelonas, der Passeig de Gràcia, in südlicher Richtung. Denn hier befinden sich neben den teuren Mode- und Schmuckmarken auch berühmte Häuser Gaudís. Das bekannteste dieser Häuser steht unweit der Metro-Station Diagonal an der Kreuzung mit der Carrer de Provença: das in den Jahren 1906-1910 erbaute Casa Milà. Dieses eindrucksvolle, von der UNESCO 1984 zur Welterbestätte erklärte Haus sticht mit seiner wuchtigen, unregelmäßigen Fassade hervor, die ihm den Spitznamen „La Pedrera“ („Der Steinbruch“) einbrachte. Besichtigt werden können eine Kunstausstellung in der 1.000 qm großen Belle-Etage-Wohnung, das Dachgeschoss mit einer Ausstellung über Werke Gaudís und die Dachterrasse des Hauses mit den eindrucksvollen Öffnungen der Belüftungsschächte, deren Gestaltung an Soldaten erinnert. Das Casa Milà war Gaudís letzter Profanbau – fortan konzentrierte er sich voll und ganz auf den Bau der Sagrada Familia.

Ein weiteres Highlight an der Passeig de Gràcia ist das Casa Batlló, ein prachtvolles Haus, mit dem Gaudí die Legende des Heiligen Georg, des Schutzpatrons Kataloniens, verkörpern wollte. Das Dach des 1877 erbauten und ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählenden Hauses stellt den Rücken und die Schuppen eines Drachens dar, gegen den der Heilige Georg gekämpft haben soll. Auch die beeindruckende Fassade des Casa Batlló ist gespickt mit Elementen dieser Legende.


An der Kreuzung mit der Gran Via de les Corts Catalanes (Metro-Station Passeig de Gràcia) steigt man in die Linie 4 in Richtung La Pau. Drei Stationen später – an der Station Barceloneta – geht es wieder an die Erdoberfläche, wo bereits der Geruch verrät, wo man gelandet ist: am Mittelmeer. Barceloneta, der kleinste Stadtteil Barcelonas, liegt am alten Hafen Port Vell und besticht durch sein mediterranes Flair. Hier kann man wunderbar „entschleunigen“, ob am Sandstrand, auf geselligen Promenaden mit ihren Straßenverkäufern oder in einem der Straßencafés und zahllosen Fischrestaurants. Von hier aus kann man sich auch mit der Seilbahn Transpordador Aeri über den Port Vell zum Hausberg Montjuïc bringen lassen, von dem man einen herrlichen Ausblick auf Stadt und Meer genießen kann.

Von Barceloneta geht es nun – vorbei am Bahnhof Estació de Franca – in den Parc de la Ciutadella, einen idyllischen Stadtpark im Herzen der Stadt mit See, Museen, dem Parlament de Catalunya und dem Zoo von Barcelona. Auf dem weitläufigen Gelände fand im Jahre 1888 die Weltausstellung statt. Am Ende des Parks steht der Arc de Triomf, der Triumphbogen von Barcelona, der als Eingang zur Weltausstellung diente.

Am Arc de Triomf steigt man nun an der gleichnamigen Metro-Station in die Linie 1 in Richtung Hospital de Bellvitge, mit der man nach zwei Stationen wieder den Placa Catalunya erreicht. Hier endet unser Streifzug durch Barcelona – doch für Fußballfans hätten wir noch einen Tipp für einen kleinen Abstecher ...

Unser Tipp für Fußballfans: das Stadion Camp Nou des F.C. Barcelona. Dieser faszinierende Fußballtempel liegt am Rande der Universitätsstadt (Ciutat Universitària) und ist vom Placa Catalunya mit der Metro-Linie 3 in Richtung Zona Universitària gut zu erreichen (Ausstieg an der Station Palau Reial). Mit einem Fassungsvermögen von 98.787 Zuschauern ist es das größte Stadion Europas. Das Stadion Camp Nou kann man am besten im Rahmen einer Stadiontour erkunden, die für 17,- EUR die Türen und Tore öffnet und einen Einblick ins Innere der Fußballarena (inkl. Blick von der Ehrentribüne) ermöglicht. In der Tour enthalten ist außerdem ein Besuch des Museums des F.C. Barcelona.

In den nächsten Jahren soll das Stadion um- und ausgebaut werden und zu alter Größe zurückfinden – zur Fußball-Weltmeisterschaft 1982 fasste die Arena 120.000 Besucher. Im künftigen Stadion Nou Camp Nou werden 115.000 Zuschauer Platz finden und es so zum größten Stadion der Welt machen.

Barcelona im „Hopp Hopp!“
Man kann sich die Sehenswürdigkeiten Barcelonas auch etwas einfacher erschließen: Wie mittlerweile in den meisten europäischen Großstädten mit touristischem Potenzial gibt es sie hier natürlich auch: die Hop-On-Hop-Off-Doppeldeckerbusse.

Der von den städtischen Verkehrsbetrieben TMB betriebene Service „Barcelona Bus Touristic“ umfasst drei verschiedene Routen mit insgesamt 44 Haltepunkten. Die rote Route (nördliche Route) beinhaltet die schönsten Sehenswürdigkeiten von Barcelona inkl. Parc Güell und Sagrada Familia sowie weiter entfernte Attraktionen wie z.B. das Stadion Camp Nou des F.C. Barcelona. Die blaue Route (südliche Route) umfasst das Hafenviertel von Barcelona sowie die wichtigsten Spielstätten der Olympischen Spiele, die im Jahre 1992 in Barcelona ausgetragen wurden. Die grüne Route (Fòrum Route) führt schließlich durch das moderne Barcelona mit dem Parc Diagonal Mar, dem Fòrum und dem Olympischen Dorf.

Eine Runde ohne Aussteigen dauert auf der roten und blauen Route jeweils ca. zwei Stunden, die grüne Route ist deutlich kürzer. Rote und blaue Route werden das ganze Jahr über angeboten, die grüne Route nur in der Hauptsaison von April bis September. Der Service beginnt morgens zwischen 9.00 und 9.30 Uhr und endet abends zwischen 19.00 und 20.00 Uhr. Die Busse fahren – je nach Saison – alle 5-25 Minuten. Das Tagesticket kostet für Erwachsene 21,- EUR, das empfehlenswerte Zweitagesticket 27,- EUR. Für Kinder von 4-12 Jahre zahlt man 13,- bzw. 17,- EUR.




Placa Catalunya

Parc Güell

Sagrada Familia

Casa Milà

La Rambla

Tapas

im Hotel Villa Emilia

  
   Fotos: Ralf Winkens

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